Das gehört dazu

Heute habe ich mit Schreck feststellen müssen, dass selbst eine erfahrene Kaninchenhalterin lieber eines ihrer Kaninchen abgeben will, anstatt etwas Mehraufwand zu betreiben.

Ganz ehrlich, wer Kaninchen hält, dazu noch in größeren Gruppen, sollte sich im Klaren sein, das früher oder später selbst in der harmonischsten Gruppe Streit ausbrechen kann. Das kann schleichend passieren, oder schlagartig.

Das gehört dazu

Wenn man eine Gruppe Kaninchen hält, kann so etwas immer wieder passieren. Die Gruppe scheint Jahrelang fest definiert zu sein. Jahrelang scheint die gleiche Rangordnung zu gelten und plötzlich kann alles ganz anders sein. Damit muss man rechnen. Es muss nicht passieren, aber es kann.
In einer Gruppe herrscht immer eine gewisse Dynamik. Genauso wie in einer Herde Pferde, einem Rudel Hunde oder wenn mehrere Menschen zusammen sind. Treten Spannungen auf, sortiert sich die Gruppe einfach neu. Ebenso bei unseren in Gefangenschaft gehaltenen Kaninchengruppen. Das kann einmal ein Streit sein, der, wenn genügend Platz vorhanden ist, geklärt wird und danach herrscht wieder Ruhe. Das kann aber auch über einen längeren Zeitraum sich hinziehen, so dass das ein oder andere Tier darunter sichtlich leidet. Hier muss dann gehandelt werden. Wird ein Tier von den anderen, warum auch immer, nicht mehr akzeptiert, sollte dieses Tier von der Gruppe getrennt werden.

Die Lösung

Keinesfalls sollte an eine Abgabe des ausgestoßenen Tieres gedacht werden!

Wer eine Kaninchengruppe hält, sollte sich im Klaren sein, dass so etwas vorkommen kann. Und auch, das ein Tier durch Krankheit mal für länger oder immer von den anderen separiert werden muss.
Sprich, es kann immer mal wieder zu Umständen kommen, da hat man als Halter statt einer Gruppe plötzlich zwei. Da für alle Tiere genügend Raum vorhanden sein muss, sollte es keine großen Umstände machen, einen Teil abzutrennen. Am besten mit Sichtschutz.
In diesen Teil kommt dann das ausgestoßene Tier. Bestenfalls mit einem bisherigen Partner, mit dem es sich versteht. Ist ein solcher Partner nicht in der eigenen Gruppe, oder ist die Gruppe so harmonisch, dass man ungern noch ein Tier davon trennt, sollte nach einem ganz neuen passenden Partner aus einem Tierheim oder einer Tierhilfe geschaut werden.

Von nun an, hat man eben zwei Gruppen zu versorgen. Der Aufwand hält sich aber in Grenzen.

Schon allein aus dem Grund, dass falls ein Tier stirbt oder krankheitsbedingt separiert werden muss, kann bzw. ist es oft von Vorteil zwei Gruppen zu haben, die vielleicht dann wieder zusammen geführt werden können.

Wenn man über Jahre, oder Jahrzehnte, schon Kaninchen in Gruppen hält, weiß man, dass die Gruppenzusammenstellung nie in Stein gemeißelt ist und sich immer ändern kann.

Ich selbst hatte mal bei neun Kaninchen eine Zeitlang drei abgetrennte Gehege: die ursprüngliche Vierergruppe, eine neue Vierergruppe und einen Neuzugang.

Nach einer gewissen Gewöhnung an mich sollten alle zusammen geführt werden. Allerdings wurde ein Tier der ursprünglichen Vierergruppe schwer krank, so dass ich dieses mit einem Partner ganz separierte. Die übrigen zwei vergesellschaftete ich mit dem Neuzugang. So hatte ich erstmal eine dreier Gruppe und eine vierer Gruppe. Nach einer Zeit konnte ich beide Gruppen zu einer vergesellschaften.

Die zwei separierten blieben wegen Krankheit und Alter extra.


Hinweis

Das hier beschriebene Trennen eines Tieres aus der Gruppe, erfolgt nach längerem bestehen von Streitigkeiten, die zum offensichtlichen Unwohlsein, Kranksein, apathischen Verhalten des jeweiligen Tieres führen oder falls das Tier mit ständigen Bissverletzungen, Angst oder Fressunlust auffällt.
Damit sind keine hin und wieder auftretenden Raufereien (diese können auch täglich sein) gemeint!

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