Kaninchen

Samy, Calypso, Philippa, Finn und Karuna, alle in liebevoller Erinnerung

Kaninchen gehören zu meinem Leben seit meinem sechsten Lebensjahr. Unser erstes Haustier war ein Kaninchen. Seitdem sind sie aus meinem Leben nicht mehr weg zu denken. Die kleinen Knutschkugeln, mit den großen Augen, den Wackelnasen und den langen Ohren.

Momentan leben drei Kaninchen Coco, Rowena und Carima bei mir.


Grundlegendes zur artgerechten Haltung von Kaninchen
Auf dieser Seite möchte ich die wichtigsten Informationen zu einer möglichst artgerechten Haltung von Kaninchen zusammenfassen. Jeder Kaninchenhalter sollte diese kennen. Aber auch für Menschen die keine Kaninchen selbst halten, ist es wichtig diese zu kennen. Denn so können wir alle dazu beitragen, eine schlechte Haltung von Kaninchen aufzudecken und bestenfalls mit dem Halter darüber sprechen und die Situation für die Kaninchen dadurch verbessern. Notfalls muss das Veterinäramt informiert werden.

Heutzutage ist es dank Internet ein leichtes an Informationen zu gelangen, immerhin besteht das Internet in der Form wie wir es kennen nun schon etwa 20 Jahre. Damals schon gab es informative Seiten. Doch auch davor gab es schon umfangreiche Literatur die über artgerechte Haltung aufgeklärt hat. Es gibt keinen Grund zu behaupten man hätte etwas nicht gewusst, oder eine mangelhafte Haltung mit „das haben wir immer schon so gemacht“ zu begründen.

Rowena und Carima

Mindestens zu zweit
Kaninchen wollen Gesellschaft haben, artgleiche Gesellschaft. Das heißt, bei zwei Kaninchen entweder zwei gleichgeschlechtliche Tiere oder ein Weibchen und ein kastriertes Männchen. Bei mehr Tieren kommt es nicht so sehr auf das Geschlecht an, sondern mehr auf den Charakter. Wichtig ist immer, das männliche Tiere kastriert wurden und die Wartezeit vor dem Zusammensetzen vorbei ist.
Kaninchen bilden untereinander Freundschaften, daher ist es für Kaninchen, die in größeren Gruppen leben noch schöner. Allerdings erfordert das für den Halter auch mehr Hintergrundwissen über Vergesellschaftungen und Gehegegestaltung.

Platz, Kaninchen brauchen viel Platz und das 24/7
Kaninchen sind bewegungsfreudige Tiere und benötigen daher dauerhaft ausreichend Platz, zum toben, rennen und hüpfen. Die Zeiten, in denen ein einzelnes Kaninchen in einem ca. halben Quadratmeter kleinen Käfig saß sind (sollten!) längst vorbei (sein). Leider sehe ich das heutzutage immer noch, dass Kaninchen in viel zu kleinen Ställen, diesen handelsüblichen Kaninchenställen, hocken müssen. Seit vielen Jahren, mittlerweile Jahrzehnten, wird zu 2 – 3 qm pro Kaninchen geraten. Danach sollte man die Gehegegröße richten, denn Kaninchen wollen gerne Laufen und Haken schlagen und das rund um die Uhr wann sie es wollen. Größer ist natürlich für die Kaninchen noch schöner.
Bei zwei Kaninchen in Innenhaltung wären das 4 qm, in Außenhaltung 6 qm. In Außenhaltung deshalb grundsätzlich mehr, da Kaninchen im Winter den Platz nutzen, um sich warm zu laufen.

Sicherheit
Wichtig ist, dass das Gehege sicher ist. In Innenhaltung heißt dass, z. B. keine Gefahr durch offenliegende Kabel oder das keine giftigen Zimmerpflanzen in Reichweite der Kaninchen sind. In Außenhaltung muss (!) das komplette Gehege an den Seiten, unten und oben abgesichert sein. Von unten z. B. durch Platten, an den Seiten und von oben mit punktverschweißtem Vierkantdraht (verzinkt, Drahtdicke min. 1,2 mm, Maschengröße 12,7 x 12,7 mm).
Betonen möchte ich, dass ein Außengehege für Kaninchen bestimmte Anforderungen nicht unterschreiten darf. Das jahrelang nichts passiert ist, ist keine Garantie, dass es doch irgendwann passiert. Schafft es ein Beutegreifer (z. B. Marder, Wiesel oder Fuchs) ins Gehege, tötet er oftmals alle sich darin befindenden Tiere. Das geschieht nicht im „Blutrausch“ sondern aus dem Grund, dass die Fluchttiere versuchen zu flüchten und somit immer Unruhe ist und der Beutegreifer deshalb solange fängt und tötet bis Ruhe herrscht.

Hinweis: Bitte die Anforderungen zu einem sicheren Gehege einhalten (umfangreiche Informationen dazu findest du in den unten aufgeführten Links). Du als Halter hast die volle Verantwortung über die Sicherheit deiner Tiere!

einfacher Heuplatz mit Heuraufe und Streuwanne

Gehegeeinrichtung
Genügend Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten dürfen nicht fehlen. Wichtig bei Häuschen ist, dass sie zwei Ein-/Ausgänge haben, dass kein Kaninchen von einem anderen in die Ecke gezwängt werden kann. Genügend Heuraufen müssen vorhanden sein und sollten nicht zu klein sein. Kaninchen sitzen gerne kuschelnd zusammen und mümmeln dabei gemeinsam Heu. Eine Möglichkeit zum Buddeln sollte immer vorhanden sein. In Außenhaltung kann man ganz einfach einen Bereich, ruhig großzügig wählen, mit Steinen abtrennen und mit Sand befüllen. Ein Vergnügen ist es hier den Kaninchen beim Buddeln, Wälzen und Freudensprüngen machen, zu zusehen.
In Innenhaltung bietet es sich an, Buddelboxen aufzustellen. Diese können mit Sand, Streu oder auch Aquariumkies befüllt werden. Auf den Boden der Buddelbox macht es Sinn Fliesen oder flache Steine zu legen, das kann helfen, dass sich die Krallen der Kaninchen beim Buddeln abnützen.

Mehr Informationen zum Innengehege meiner Kaninchen findest du hier.

Ernährung
Auf dem Ernährungsplan von Kaninchen sollte frische Wiese (verschiedene Gräser, Löwenzahn, Blätter, Kräuter uvm.) und hochwertiges Heu stehen. Da bei Kaninchen die Zähne lebenslang wachsen muss für genügend Abrieb gesorgt werden. Das passiert durch das Fressen von Heu und Gräsern. Nicht wie oft gedacht durch hartes Brot oder Äste. Brot ist ungesund, dagegen ergänzen Äste und Blätter z. B. von Haselnuss und Buche den Speiseplan der Kaninchen. Im Winter kann zum Heu zusätzlich Gemüse gereicht werden. Wichtig ist, jede neue Futtersorte sollte in geringen Mengen verfüttert werden, damit die Kaninchen sich daran gewöhnen können. Kaninchen haben eine sensible Verdauung.
Getreide, Trockenfutter und Snacks, wie sie häufig im Handel zu finden sind, ist ungesund für Kaninchen und darf nicht verfüttert werden.

Hinweis: Im Krankheitsfall des Kaninchens ist die letzte Ernährungsregel außer Kraft gesetzt, denn dann gilt, Hauptsache das Kaninchen frisst. Hierzu ist neben dem Tierarzt der Rat erfahrener Kaninchenhalter hilfreich.

Coco

Adopt don´t shop
Steht die Entscheidung fest, dass Kaninchen einziehen dürfen, dann stellt sich die Frage, wo her? Ich möchte dir ans Herz legen, gib Kaninchen aus zweiter Hand eine Chance. Die Tierheime sind überfüllt. Immer wieder wird von Animalhording Fällen mit vielen Kaninchen berichtet, für die ein Zuhause gesucht wird. Auch privat werden sehr viele Tiere abgegeben. Ich weiß, für viele Menschen ist es der einfachste Weg, zum nächsten Bauern zu gehen der „nebenher“ Kaninchen züchtet, um sich dort für kleines Geld welche zu holen. Hier erwähne ich ausdrücklich, ein Kaninchen vom Züchter ist kein Garant dafür, dass es gesünder ist! Auch ein niedriger Kaufpreis sollte nicht der Grund sein, ein Tier vom Züchter oder offensichtlichem Vermehrer zu holen. Die Kosten der Unterbringung, Haltung und Tierarzt sind weit höher.

Lebenserwartung
Kaninchen können durchaus über zehn Jahre alt werden. Leider wird oftmals ein Durchschnittsalter von acht Jahren angegeben. Das älteste Kaninchen von dem ich weiß, war sogar stolze 18 Jahre alt. Mein ältestes Kaninchen, Stupsi, wurde über 13 Jahre alt. Ein Alter über zehn Jahre ist daher durchaus möglich und ein Kaninchen mit acht Jahren sollte noch lange nicht als alt abgestempelt werden.

Phoebe, in liebevoller Erinnerung

Gesunderhaltung
Damit ein Kaninchen bis ins hohe Alter gesund bleibt, hängt von vielen Faktoren ab. Vorsorge wie artgerechte Haltung und Ernährung sind hierbei logischerweise die wichtigsten Punkte. Verhält sich ein Kaninchen seltsam, ist der Gang zum Tierarzt/Tierheilpraktiker unerlässlich. Es sollte nicht damit gewartet werden, denn Kaninchen sind Meister im Verstecken von Schmerzen! Allein im Internet Rat zu suchen ersetzt nicht den Besuch beim Tierarzt und/oder Tierheilpraktiker!
Jedoch ist es wichtig und trägt zur Vorsorge bei, wenn du dich im Vorfeld ausreichend über alle Themen zum Kaninchen informierst. Dich hin und wieder mit anderen Kaninchenhaltern auszutauschen ist nicht nur hilfreich, sondern ermöglicht dir die besten Vorkehrungen zur Gesunderhaltung deiner Kaninchen zu treffen.

Hier sämtliche Krankheiten aufführen würde den Rahmen meiner Website sprengen und ist von mir auch nicht gedacht. Dafür habe ich dir hier meine Gedanken zur Gesunderhaltung von Tieren auf einer extra Seite zusammengefasst.

Weiterführende Informationen
Weiter gehe ich hier auf die artgerechte Haltung und Ernährung von Kaninchen nicht ein, denn dazu gibt es genügend informative Seiten im Internet. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Gehegebeispielen und umfangreiche Listen mit verfütterbaren Pflanzen und Gemüsesorten die jedem im Internet zugänglich sind. Ebenso ausführlich werden die Anforderungen eines sicheren Innen- und vor allem Außengeheges aufgezeigt. Durch den Austausch auf einer Plattform wie die des Forums von sweetrabbits.de es ist, ist mit den Jahren eine große Wissensplattform entstanden mit wichtigen Informationen Rund um das Thema Kaninchen.

Nachfolgend habe ich die meiner Meinung nach, umfangreichsten Seiten verlinkt:

www.sweetrabbits.de
Forum von www.sweetrabbits.de
www.diebrain.de